Wer ist der, den die Mormonen den "Erretter" nennen?

Von Bill McKeever

Übersetzt von Wolfgang Schneider (Translated by Wolfgang Schneider)

" Zum Zeugnis für Jesus Christus, sprach Präsident Hinckley zu denen
außerhalb der Kirche, die sagen, die Heiligen der Letzten Tage (im
Folgenden 'HLT' genannt) glaubten nicht an den überlieferten Christus.
Nein, das tue ich auch nicht. Der überlieferte Christus, von dem sie
sprechen, ist nicht der Christus, von dem ich spreche" (LDS Church
News, 20. Juni 1998, Seite 7)

" Es ist wahr, daß viele der christlichen Kirchen einen
anderen Jesus Christus anbeten, als er von den Mormonen angebetet wird
oder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage." (LDS
Seventy Bernard P. Brockbank, The Ensign, Mai 1977, Seite 26)

Nach einem unserer Einsätze auf dem "Jesus der
Christus"-Festzüge der Mormonen in Mesa (Arizona), hörte ich zufällig
mit, wie sich ein junges Mormonen-Mädchen ihrer Freundin gegenüber
beschwerte, daß ein Christ, der bei diesem Ereignis Traktate verteilte,
gesagt hatte, der Jesus der Mormonen sei nicht der Jesus der Bibel. Sie
war erschüttert über diese Aussage und konnte nicht glauben, daß jemand
so eine Aussage machen konnte. "Wie kann das sein ?", sagte sie. "Es
gibt nur einen Jesus!" Die Vernunft sagt: ist der, den die Mormonen
"Erlöser" nennen, wirklich der Erlöser der Bibel, sollte es leicht
sein, die Aussagen der Bibel über Jesus zu nehmen und mit dem zu
vergleichen, was die Führer der Mormonen gesagt haben. Die Logik würde
verlangen, daß die beiden Beschreibungen übereinstimmen. Jedoch, genau
dort liegt das Problem.

Die Führer der Mormonen haben ihren Jesus als einen
Nachkommen dessen, den sie Elohim nennen, beschrieben – im
ursprünglichen Sinn des Wortes. " Die Oberste Präsidentschaft der
Kirche hat geschrieben, ‚ Gott, der ewige Vater, den wir beim erhobenen
Namen Elohim nennen, ist der wörtlich genommene Vater unseres Herrn und
Erlösers Jesus Christus, und der Geister der menschlichen Rasse". "
(Messages from the First Presidency 5:26)

Nach der "Encyclopedia of Mormonism" (Vol.4, Appendix 4) ist
"Jesus Christus nicht der Vater der Geister, die auf dieser Erde einen
Körper angenommen haben oder noch werden. Er ist einer von ihnen. Er
ist der Sohn, wie sie alle Söhne und Töchter von Elohim sind. Auf Seite
11 der Gospel Principles (ein Kirchenhandbuch der HLT) lesen wir "Alle
Männer und Frauen sind wörtlich genommen Söhne und Töchter der
Gottheit." Das schließt den Jesus der Mormonen ein.

Die Theologie der Mormonen macht einen Unterschied zwischen
Elohim und Jehova. Einige Führer der HLT haben behauptet, daß dies die
Namen zweier verschiedener Götter sind. Der 6. HLT-Präsident Joseph F.
Smith sagte " Unter den Geistkindern von Elohim, war und ist der erste
Jehova, oder Jesus Christus, dem alle anderen untergeordnet sind.
(Gospel Doctrine, p.70).

Bevor wir weiter gehen, sollte angemerkt werden, daß die
Form "Jehova" aus vier Konsonanten entwickelt wurde (YHWH), bekannt als
das Tetragrammaton. Da man dies als den persönlichen Namen Gottes
betrachtete, empfanden die frommen Juden ihn als viel zu heilig, um
ausgesprochen zu werden und fügten keine Vokale ein. Aus diesen vier
Buchstaben erhalten wir das Wort "Jahweh", in vielen Bibelpassagen mit
"HERR" übersetzt. Wir finden wirklich Hunderte von Stellen, bei denen
die Worte "Jahweh" und "Elohim" zusammen verwendet werden, um zu
demonstrieren, daß Jehovah Elohim ist. (Siehe 1. Mose 2, 4-22; 5. Buch
Mose 4,1; Richter 5,3; 1. Samuel 2,30)

Diese Worte werden auch zusammen verwendet wie "der HERR,
unser Gott", der HERR, mein Gott", "der HERR, sein Gott" und "der HERR,
dein Gott". Sogar Joseph Smith in seiner "Inspirierten Version" der
Bibel (auch als die Joseph-Smith-Übersetzung bekannt) "übersetzte" 1.
Könige 8, 60 als "der Herr ist Gott" oder "Jehova ist Elohim" (siehe
auch 2. Mose 34,14 in der Joseph-Smith-Übersetzung)

Die HLT-Theologie sagt uns, daß alle Sterblichen vor diesem
Leben in der sogenannten Präexistenz gelebt haben. Der Mormonen-Apostel
Bruce McConkie sagt aus, daß es in der Präexistenz war, in der Jesus
den Status eines Gottes erreicht hat. So schreibt McConkie:" Er ist der
Erstgeborene des Vaters. Durch Gehorsam und Hingabe an die Wahrheit
erreichte er diesen Gipfel der Intelligenz, der ihn als Gott einordnet,
als der Allmächtige Gott, noch in seinem präexistenziellen Status."
(Mormon Doctrine, 1966, Seite 129). Kurz, der Jesus der Mormonen tat
etwas, das sein eigener "Vater" nicht vollbrachte, Gott zu werden,
bevor er durch die Prüfung eines sterblichen Lebens gegangen war.

Die Christen haben seit jeher die Ansicht Erhalten, das Christus ewiger Gott war und ist.
Anders als in den Lehren der HLT-Propheten, gab es keinen Zeitpunkt, zu dem er nicht Gott war.

Einer der eher anstößigen Eigenschaften, mit denen der Mormonen-Jesus
bezeichnet wird, ist der Anspruch, daß Jesus der "Geist-Bruder" von
Luzifer sei. Der 12. Präsident Spencer W. Kimball schrieb: "Lange bevor
ihr geboren wart, entwickelten unsere Schöpfer ein Programm. Die
Hauptpersonen in diesem großartigen Drama waren der Vater Elohim,
perfekt in Weisheit, Urteil und Persönlichkeit, und zwei Söhne, Luzifer
und Jehova." (Teachings of Spencer W. Kimball, pp. 32-33)
Ironischerweise zeigen dieselben Schriftstellen, die Christi ewige
Gottheit darlegen, daß Luzifer nicht der Bruder Christi sein kann. Joh
1, 1-3 sagt uns, daß alle Dinge (eingeschlossen Luzifer) von Christus
erschaffen wurden, der von Anfang an Gott war. Kolosser 1,16 sagt uns,
daß alle Dinge, sichtbar und unsichtbar, Fürstentümer und Mächte,
geschaffen wurden vom über Allem stehenden Jesus Christus, dem ewigen
Gott. Die Bibel sagt damit kraftvoll aus, daß Luzifer eine Schöpfung
Jesu ist, in keiner Weise dessen Bruder.

Ein weiterer Hauptunterschied, der den Mormonen-Jesus vom
historischen Jesus der Christenheit unterscheidet, ist die
Fleischwerdung. Die Christen haben an der Tatsache festgehalten, daß
die Geburt Christi das Ergebnis einer übernatürlichen Empfängnis war,
daß Maria eine Jungfrau war, dennoch durch die Macht des Heiligen
Geistes empfing (Mt 1,18). Obwohl Mormonen oft sagen, sie glaubten an
die Jungfrauen-Geburt Christi, beschreiben sie dieses Ereignis
sicherlich in anderer Weise als die Christen. Der Mormonen-Apostel
Bruce McConkie schrieb: "Für unseren gegenwärtigen Zweck reicht es aus
zu sagen, daß unser Herr von einer Jungfrau geboren wurde, das ist
passend und richtig, überdies natürlich, da der Vater des Kindes ein
unsterbliches Wesen war. Er ist der Sohn Gottes im selben Sinn und auf
dieselbe Weise, wie wir Söhne eines sterblichen Vaters sind. So einfach
ist das." (The Promised Messiah, pp. 466, 468).

Der 6. Präsident Joseph F. Smith gab an: "Jetzt sagen uns
die Schriften, daß Jesus der einzige Sohn Gottes ist, der im Fleisch
gezeugt wurde. Nun, zum Nutzen der Älteren unter euch: wie werden
Kinder gezeugt ? Ich antworte damit, wie Jesus Christus von seinem
Vater gezeugt wurde . Jesus ist die einzige Person, die unseren
Himmlischen Vater als leiblichen Vater hatte." (Family Home Evening
Manual, 1972, pp.125,126)

Dieser Gedanke wurde von Bruce McConkie erwiedert, als er
schrieb: "Christus wurde durch einen unsterblichen Vater gezeugt, in
derselben Weise, wie sterbliche Menschen von sterblichen Vätern gezeugt
werden." (Mormon Doctrine, pg. 547)

Ebenso verwirrend ist die Tatsache, daß der Mormonen-Jesus
nur einer von vielen "Erlösern" ist. Brigham Young sagte: "Die Sünde
liegt auf jeder Erde, die jemals geschaffen wurde. Daher hat jede Erde
ihren Erlöser, und jede Erde hat ihren Versucher. Und die Menschen
darauf, in ihrem Lauf und ihrer Zeit, empfangen all das, was wir
empfangen und gehen durch alle Prüfungen, durch die wir gehen."
(Journal of Discourses 14:71-72)

Bedenken Sie auch die Tatsache, daß Young lehrte: "Wie viele
Götter es gibt, weiß ich nicht. Aber es gab niemals eine Zeit, zu der
es keine Götter und keine Welten gab, und zu der die Menschen nicht
durch dieselben Prüfungen gegangen sind, die wir durchlaufen. Diesen
Lauf der Dinge gibt es seit aller Ewigkeit, das ist so und wird in alle
Ewigkeit so sein. (Journal of Discourses 7:333) Wenn diese Anmerkungen
richtig wären, könnten wir annehmen, daß es buchstäblich Millionen von
Erlösern gibt, auf Millionen von Welten !

Als eines der Mittel, um die Praxis der Mehrfach-Heirat zu
rechtfertigen, haben die Mormonenführer des 19. Jahrhunderts erklärt,
daß Jesus ebenfalls ein Polygamist war. Der Mormonen-Apostel Orson Hyde
behauptete "Wir werden behalten haben, daß da einmal eine Hochzeit in
Kana in Galiläa war. Beim sorgfältigen Lesen dieses Berichtes wird man
entdecken, das niemand Geringeres als Jesus Christus bei diesem
Ereignis geheiratet hat. Für den Fall, er hätte niemals geheiratet,
wäre seine Vertraulichkeit mit Maria und Martha und mit der anderen
Maria, die ihn ebenfalls liebte, höchst unvorteilhaft und unpassend
gewesen, um es einmal möglichst positiv auszudrücken." (Journal of
Discourses, Vol.4, p.259) Hydes Schlußfolgerung versagt an dem
einfachen Grund, das Jesus zu der Hochzeit in Kana eingeladen war (Joh
2,2). Wäre er tatsächlich der Bräutigam gewesen, wäre solch eine
Einladung unnötig gewesen.

Ein weiterer inkonsequenter Aspekt der Christologie der HLT
ist die Idee, daß Jesus seine Errettung "erarbeiten" mußte. Bruce
McConkie behauptete: "Jesus hat die Gebote seines Vaters gehalten, er
hat sich damit seine eigene Errettung erarbeitet und ein Beispiel
gegeben für den Weg und die Mittel, durch die alle Menschen gerettet
werden können." (The Mortal Messiah, Vol.4, p.434) Es ist schwer zu
verstehen, warum ein Wesen, daß – wie McConkie bereits gesagt hatte –
schon in der Präexistenz zu einem Gott geworden ist, seine eigene
Errettung erarbeiten mußte. Diese Anmerkung berücksichtigt ebenfalls
nicht, daß in erster Linie Sünder gerettet werden müssen. Zu sagen,
Christus hätte irgendetwas für seine Errettung tun müssen, sollte von
Jemandem, der die Bibel wert hält, als geradezu blasphemisch betrachtet
werden.

Einer der Pfeiler des christlichen Glaubens ist, daß keine
Sünde existiert, die Christi Blut nicht reinigen kann. 1. Joh 1,7 sagt
"Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, haben wir
Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, reinigt uns
von jeder Sünde" Wenn die Mormonen tatsächlich demselben Christus
dienen, warum gilt dasselbe nicht für dessen Blut ? In einem Traktat
der HLT mit dem Titel "Was die Mormonen über Christus denken" (1973,
Seite 22) liest man: "Christen sprechen oft über das Blut Christi und
seine reinigende Kraft. Vieles, was zu diesem Thema geglaubt und
gelehrt wird ist solch völliger Unsinn und so offenkundig falsch, daß
man seine Errettung verliert, wenn man daran glaubt. Viele gehen zum
Beispiel so weit, daß sie wenigstens vorgeben zu glauben, wenn wir nur
Christus mit unseren Lippen bekennen und ihn als unseren persönlichen
Retter bekennen, daß wir dadurch gerettet sind. Sein Blut, ohne
weiteres Tun, durch bloßen Glauben, sagen sie, macht uns rein." Auf
Seite 92 von McConkies "Mormon Doctrine" schrieb er: "Aber unter
gewissen Umständen gibt es ernsthafte Sünden, bei der die Reinigung
durch Christus nicht funktioniert, und das Gesetz Gottes ist, daß das
Blut der Menschen dann vergossen werden muß, um für ihre Sünden zu
büßen."

Wie das am Anfang erwähnte junge Mädchen verstehen die
meisten Mormonen nicht, daß einige ihre Führer ganz genau wissen, daß
der HLT-Jesus nicht der Jesus ist, dem sich bibelgläubige Christen um
ihrer Rettung willen anvertrauen. Warum sonst sollte McConkie auch die
Christen anschuldigen, "sich selbst vor dem mythischen Thron eines
mythischen Christus zu erniedrigen", wenn er wirklich dachte, wir
dientem demselben Jesus ? (Mormon Doctrine, Seite 269)

Im Licht des zuvor Gesagten, müssen wir fragen: " Welcher
Jesus hat die Macht zu erretten ?" Der Geist-Bruder von Luzifer, der
sich seine eigene Rettung erarbeiten mußte ? Oder der einzigartige
Jesus der Bibel, der ewig Gott war und ist, derjenige, der rechtmäßig
erklären kann: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben ?" Leider
ist es möglich, an den falschen Jesus zu glauben. Paulus hat das der
christlichen Kirche in Korinth klargemacht (2. Kor 11,4)

Die Frage ist: welchem vertraust du dich an ?